Abendfeier zum Reformationssonntag

 

 

 

Sonntag, 3. November 2019 um 19.00 Uhr in der Reformierten Kirche Gränichen

 

 

 

Kennen Sie das „Gebetslied in der Pest“ von Huldrych Zwingli? Im Zwingli-Film ertönt es und „Zwingli“ begleitet sich dabei mit der Laute. Diesen Frühling entstand – von Andreas Schlegel aus Lautentabulaturen herausgefiltert – eine Fassung für vier Stimmen, die in der Mitte der Abendfeier ertönen wird. In für uns zum Teil schwer verständlicher alter Sprache geht es um Zwinglis Gemütslage zu Beginn seiner Pest-Erkrankung (Hilff, Herr Gott!), zur Zeit der grössten Schwäche (Tröst, Herr Gott!) und zur Zeit der Genesung (Gsund, Herr Gott!). Ein eindrückliches Lied!

 

 

Die alte Sprache und Denkweise sind auch in den zwei Kantaten von Dietrich Buxtehude, der im 17. Jahrhundert gelebt hat, ein Thema.

 

Die Kantate „Befiehl dem Engel, dass er komm“ basiert auf dem Abendlied „Christ, der du bist der heilig Tag“ und nimmt diese Melodie auf. Eine Besonderheit ist die Vertonung des Wortes „Ewigkeit“: Der Chor singt ein paar Töne weit nur den ersten Buchstaben E und erst später das ganze Wort – eine schöne Ausdeutung.

 

 

Die Kantate „Du Friedefürst, Herr Jesu Christ“ ist ein Werk für fünfstimmigen Chor, was einen wunderbar farbigen Klang ergibt. Auch hier werden drei Strophen eines schon bestehenden Chorals bearbeitet. Den letzten Teil der dritten Strophe, offenbar ein Text, den Buxtehude herausheben wollte, wurde neu komponiert und erklingt im Dreiertakt; daran schliesst ein längerer, freudiger Amen-Teil an.

 

 

Beide Kantaten verlangen zwei Melodieinstrumente und Continuo. Mit Robert Walker, Oboe, Silvia Hunziker, Violine, Andrea Walker, Violoncello, Andreas Schlegel, Laute und Christine Stäuble, Orgel können wir für diese Abendfeier auf sehr erfahrene und spielfreudige Musikerinnen und Musiker zählen.

 

 

Die theologische Begleitung und Betrachtung zu Texten, die in den Musikstücken vorkommen, übernimmt – nach seinem offiziellen Abschied von unserer Kirchgemeinde – in verdankenswerter Weise Pfarrer Simon Pfeiffer.

 

 

Christa Peyer